Wahl- und andere Parteiprogramme |
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Ist Bildung eine Voraussetzung, um sinnvoll wählen zu können?Die Webauftritte könnten unterschiedlicher nicht seinDie wahrnehmbaren Parteien, die sich 2013 zur Bundestagswahl gestellt haben, sind unten aufgelistet. Ich habe die als PDF verfügbaren Dateien in subjektiver Auswahl kopiert, damit die Links nicht irgendwann ins Nirwana führen. Interessierte Leser mögen die Webseiten der Parteien direkt aufsuchen, um sich eigene Einblicke zu verschaffen.
Generell fällt auf, dass die Dateigrößen der inhaltlich / sprachlich komprimierten Fassungen ("leichte Sprache" oder "Kurzprogramm / Punkteplan") sofern vorhanden deutlich größer sind als die kompletten Programme. Das liegt daran, dass die komprimierten Fassungen mit Grafiken ausgestattet sind, die aber inhaltlich wenig bringen, sondern nur dem Auge schmeicheln (=Manipulation). Argumentation oder Manipulation?Leichte Sprache stellt aus meiner Sicht eine unzulässige Vereinfachung dar. So behaupten in leichter Sprache beispielsweise sowohl die CDU als auch die SPD, dass sie für Mindestlohn seien - nur die unterschiedlichen Wege, dies umzusetzen, fallen komplett unter den Tisch. Dies gilt für die meisten Teile der Programme in leichter Sprache: Sie sind nur noch allgemeines Gelaber und lesen sich wie eine Mischung aus dem Weihnachts-Wunschzettel und den Sagen der Germanen. Insbesondere das Programm der Grünen in "leichter Sprache" arbeitet nicht mit Argumenten und Erklärungen, sondern stellt einfach Behauptungen auf, die der Leser glauben soll. Ein Beispiel von vielen: "Biologische Lebens-Mittel sind gesund." (Seite 5 oben). Sind sie das? Alle? Immer? Naja, wer's glaubt, wird mit den Grünen selig. Überhaupt nicht in "leichter Sprache" sind die Programme der Extremisten darzustellen, vermute ich. Die NPD formuliert sowieso eher schlicht (was leider kein Nachteil ist), verwendet aber viele Bilder, und was die DKP zu sagen hat, ist eine Geschichte des Sozialismus-Kommunismus, die man eigentlich nicht kürzen darf. Hier ein Zitat:
So macht man das: Der Todesstreifen als humanistisches Erbe, versteckt in 16 Seiten scheinbar sachlich formulierter "Fakten". Wieder was gelernt. Man mag mit den Inhalten nicht einverstanden sein, aber eine echte Argumentation, die verständlich ist und (zum Glück) offenlegt, was die Partei tatsächlich vorhat, bieten nur die Extermisten auf ihren Webseiten. Bei den anderen findet sich der übliche Einheitsbrei, und diejenigen, die konkreter werden, haben Stimmen verloren. Wie in der Wirtschaft auch: Wer konkret wird, verliert. Leider sind die "leichten" Versionen genau das, nämlich zu leicht um seriös zu sein. Ich finde: Gerade diejenigen Mitbürger, die sich mit dem Verständnis schwertun, müssen genaue Erklärungen der Hintergründe in verständlicher Form bekommen - und wenn das lange dauert und teuer ist, es gehört nach meiner Auffassung zur politischen Bildung und ist damit Pflicht des Gemeinswesens. Den Parteien darf man es nicht überlassen, denn sie werden immer im eigenen Interesse weglassen um zu vereinfachen und insbesondere um zu manipulieren. DisclaimerDie hier zitierten, verlinkten oder bereitgestellten Äusserungen der einzelnen Parteien geben in keinem Fall meine Einstellungen oder Meinungen wieder. Ich habe mich damit hier nur befasst, um den Sinn und Unsinn von "Wahlprogrammen" in unterschiedlichen Versionen, Formen und Farben kritisch zu würdigen. Ich habe auch nicht die Absicht verfolgt, die einzelnen Parteien und ihre Programme und Aussagen tiefgehend inhaltlich zu bewerten, sondern mich jeweils nur auf die Art der Formulierung, Darbietung und den "Manipulationsgrad" bezogen. Stefan Brunthaler
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Wer nix versteht erkennt auch keine Unterschiede
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Stand: 24.09.2013 |